Wonaco: Wie ein kleines Dorf die Energiewende vorantreibt

Wonaco ist kein bekanntes Namen, doch im Kreis der erneuerbaren Energien hat sich das kleine Dorf im Süden Deutschlands einen besonderen Ruf erworben. Hier, wo traditionelle Landwirtschaft und moderne Ökologie aufeinandertreffen, zeigt sich, wie eine Gemeinschaft durch lokale Initiativen und innovative Projekte nachhaltige Energieversorgung gestalten kann – ohne Kompromisse bei Qualität oder Gemeinschaftssinn einzugehen. Die Region hat bewiesen, dass auch in ländlichen Gebieten der Wandel gelingt, wenn Bürger:innen, Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Einführung des ersten Solarparks vor zehn Jahren hat Wonaco seinen CO₂-Ausstoß um über 40 % reduziert – ein Ergebnis, das auch für andere Dörfer als Vorbild dienen kann.

Solarenergie als Rückgrat der lokalen Energieversorgung

Der erste große Schritt hin zu mehr Autarkie gelang Wonaco mit dem Bau des ersten Gemeinschafts-Solarparks im Jahr 2013. Auf einer Fläche von rund 25 Hektar wurden damals über 12.000 Module installiert, die jährlich etwa 6,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen – genug, um etwa 1.800 Haushalte mit grünem Strom zu versorgen. Doch der Erfolg des Projekts war kein Zufall. Die Dorfgemeinschaft organisierte sich selbst: Bürger:innen investierten einen Teil ihres Ersparten in die Planung, und die lokale Handwerkskammer übernahm die technische Umsetzung. Heute ist der Park nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch ein Symbol für die neue Rolle des Dorfes als Energieproduzent. Die Überschüsse werden nicht nur lokal genutzt, sondern auch in ein gemeinsames Speicherprojekt fließen, das durch Pumpspeicheranlagen und Batteriesysteme aus recycelten Lithium-Ionen-Zellen aus Europa die Stabilität des Netzes sichert.

Wasserstoff als Brücke zwischen Tradition und Zukunft

Ein weiteres Projekt, das Wonaco international beachtete, ist die Pilotanlage für grüne Wasserstoffproduktion. Seit 2022 wird hier aus dem lokalen Biogasstrom Wasserstoff gewonnen, der für die Heizung der Gemeindezentrale und als Kraftstoff für den Dorfbus eingesetzt wird. Die Technologie basiert auf einem 200-kW-Elektrolyseur, der mit Strom aus dem Solarpark betrieben wird. Ein besonderes Merkmal: Die Anlage nutzt Abwärme aus dem Prozess, um gleichzeitig die Heizung der Schule zu versorgen – ein Beispiel dafür, wie Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft Hand in Hand gehen. Die Kosten für die Pilotphase wurden zu 60 % durch Fördergelder der Bundesregierung gedeckt, während die restlichen 40 % durch eine Bürgerbeteiligungsaktion finanziert wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Wasserstoff in ländlichen Gebieten nicht nur eine Zukunftstechnologie, sondern auch ein praktikables Mittel sein kann, um Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

  • Wonaco hat seit 2013 seinen CO₂-Ausstoß um über 40 % reduziert – dank Solarparks und Biogas.
  • Der erste Gemeinschaftssolarpark erzeugte 2023 rund 6,5 Millionen kWh Strom für 1.800 Haushalte.
  • Die Pilotanlage für grünen Wasserstoff deckt seit 2022 die Heizung einer Schule und den Dorfbus.
  • Die Kosten für die Wasserstoffanlage wurden zu 60 % durch Bundesförderung und 40 % durch Bürger:innen finanziert.
  • Lokale Handwerkskammer und Bürger:innen organisierten sich selbst für Planung und Umsetzung.

Doch Wonaco geht noch einen Schritt weiter: Seit 2021 ist das Dorf Teil des „Netzwerkes Erneuerbare Ländliche Räume“, einem Projekt, das ländliche Energieprojekte mit Städten verbindet. Die Zusammenarbeit zeigt, dass die Energiewende nicht nur eine Frage von Technik ist, sondern auch von der Fähigkeit, lokale Ressourcen zu bündeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation mit der nahegelegenen Stadt Bad Oldesloe, wo Wonaco seine Erfahrungen mit Bürgerenergiegenossenschaften teilt. Die Stadt nutzt die Erkenntnisse, um eigene Projekte zu planen, während Wonaco von der urbanen Expertise profitiert – etwa in der Frage, wie man mit überlasteten Netzen umgeht. Solche Partnerschaften sind entscheidend, denn sie zeigen, dass die Energiewende kein isoliertes Projekt ist, sondern ein Netzwerk aus Ideen, die sich gegenseitig stärken.

Die Rolle der Politik: Zwischen Förderung und Realität

Trotz der Erfolge gibt es auch Herausforderungen. Ein zentrales Problem ist die langsame Umsetzung von Fördergeldern, die oft erst Jahre nach Antragstellung fließen. In Wonaco führte dies dazu, dass einige Projekte, wie ein geplanter Windpark auf dem nahegelegenen Moor, noch immer in der Planungsphase hängen. Die Dorfverwaltung argumentiert, dass die hohen Kosten für Genehmigungen und Infrastruktur die Attraktivität von Großprojekten mindern. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie die Politik sicherstellen kann, dass Fördergelder nicht nur für Großinvestoren, sondern auch für kleine Gemeinden zugänglich sind. Ein Vorschlag aus Wonaco ist, die Förderbedingungen zu vereinfachen und mehr Mittel für die Vorbereitungsphase zu vergeben. Solche Anpassungen könnten dazu beitragen, dass auch in ländlichen Regionen die Energiewende schneller vorangetrieben werden kann.

Der Weg von Wonaco zeigt, dass die Energiewende kein utopisches Ziel ist, sondern ein realer Prozess, der Geduld, Kreativität und den Willen zur Zusammenarbeit erfordert. Das Dorf hat bewiesen, dass es möglich ist, erneuerbare Energien nicht nur zu nutzen, sondern auch zu gestalten – im Einklang mit der Natur und der Gemeinschaft. Während andere Dörfer noch zögern, Wonaco ist ein Beweis, dass die Zukunft der Energieversorgung nicht nur in Städten und Industriegebieten liegt, sondern auch in kleinen Dörfern, die sich selbst tragen können. startseite zeigt, wie das funktioniert.

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